Dr. Jan Höffgen vom KIT Karlsruhe erhält den Klaus Dyckerhoff-Preis für Junge Wissenschaftler(innen) 2026. Der Preisträger wird für seine „tiefgehende Erforschung und Modellierung des Festigkeitspotentials von aufbereiteten Beton-Brechsanden“ ausgezeichnet.
Die Dres. Edith und Klaus Dyckerhoff-Stiftung würdigt vielversprechenden Nachwuchswissenschaftler, der eine beachtliche Eigenständigkeit in seiner Forschung und Publikationstätigkeit erreicht hat. Er wird für mehrere hochrangige Publikationen sowie seine 2026 erschienene Dissertation „Thermally Activated Concrete Fines as Supplementary Cementitious Materials“, die die Preisjury mit ihren „innovativen Methoden und Denkansätzen überzeugt hat“.
Betonbrechsande sind Feinstoffe, die bei der Aufbereitung von Beton-Bauschutt anfallen, allein in Deutschland fast 10 Millionen Tonnen pro Jahr. Diese Feinstoffe sind als solche nicht für neue Zemente wieder zu verwenden, da sie hydratisiert sind, also nicht erneut abbinden können. Um sie zu aktivieren, müssen sie dehydratisiert werden, was über mechanische und thermische Behandlungen gelingen kann. Dr. Höffgen hat entscheidend dazu beigetragen, diese Aktvierungsprozesse zu entwickeln und im Detail zu erforschen. Es gelang ihm, die vollumfängliche technologische Brauchbarkeit der neuen Zemente von den Frischbetoneigenschaften über die Festigkeitsentwicklung bis hin zur Dauerhaftigkeit nachzuweisen. Zuletzt hat er ein Modell entwickelt, welches die Vorhersage der Performance solcher Betone aufgrund relativ leicht analysierbarer Stoffeigenschaften des Ausgangsmateriales erlaubt.
Die Preisträgerin erhält den mit 10.000 € dotierten Preis ungeteilt. Er wird am 16. September auf der ibausil-Tagung in Weimar verliehen, einem der europaweit wichtigsten Treffen von Wissenschaftler(innen) zu Betonen und anderen Baustoffen. Die Laudatio hält Prof. Dr. Johann Plank, emeritierter Lehrstuhlinhaber für Bauchemie an der TU München und Mitglied der Preisjury des Klaus Dyckerhoff-Preises.
Der Preisträger
Jan P. Höffgen studierte Bauingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und promovierte 2026 am dortigen Institut für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB). Dort leitet er seit 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter verschiedene Forschungsprojekte zum Beton-Recycling sowie der Festigkeit und Langlebigkeit verschiedener Betone.